Sonntag, 14. Juni 2015

Rock im Park 2015 - ein persönlicher Rückblick: Schön war's!

Die Toten Hosen - Das Highlight des Wochenendes - ZURECHT!
Das Rock im Park Festival in Nürnberg, welches als Zwillingsfestival von "Rock am Ring", meist eher im Schatten des großen Bruders steht, feierte in diesem Jahr sein 20-Jähriges Jubiläum. Rund um das Zeppelinfeld, im großen Park, südöstlich der Innenstadt gelegen, feierten fast 80.000 Menschen mit hochkarätigen Bands, wie die Toten Hosen, Broilers, Rise Against, Slipknot, Papa Roach und die Foo Fighters. 
Drei Bühnen (Zeppelinfeld, Park-Stage und Alternastage in der Arena der Nürnberg Ice Tigers), sowie das Technozelt boten ein Vielseitiges Programm. Neben den o.g. Rock- und Punkbands waren auch alternative Musikrichtungen vertreten. Prinz Pi, Trailerpark und K.I.Z. heizten das Rap-Milleu ein; Fritz Kalkbrenner und Deichkind waren die Headliner der Elektro-Fans.
Auch Bands wie Annenmaykantereit, Clueso, OK Kid, Hollywood Undead und Three Days Garce begeisterten die Massen.

Trotz drei Tagen durchgängiger Hitze und nahezu durchgehend strahlender Sonne - wobei einige Festivalbesucher leider umkippten; hoffe ihr seit alle wieder wohlauf! -
Fasziniert mich nicht nur die Vielfältigkeit der Musikrichtungen, sondern auch das Aktionspotential, was da hinter den Festivalbesuchern steckte. Egal zu welcher Band, es wurde mitgemacht, mitgeklatscht und mitgesungen. Friedlich miteinander - egal welcher Herkunft. So bin ich an drei Tagen auch Schweizern und Österreichern, Franzosen und Niederländern begegnet.
Wenn jemand umkippte, wurde geholfen, getragen, bewegt, Platz geschaffen.
Wenn jemand fiel, wurde eine Art Schutzwall gebildet, dass diese Person wieder aufstehen konnte. 

...Du bist ein Teil von mit, ich bin ein Teil von dir,
wir sind ein Teil der Generation: Porno Porno...!

Doch alles auf Anfang: Das Festival startete am Freitag, 05.06.2015. Die Sonne brannte, Wolken gab's keine. Der Tag begann für mich mit Papa-Roach. Hunderte Menschen hatten sich da schon vor der Parkbühne versammelt, sodass sich mein Platz auf den zweiten Wellenbrecher beschränkte. Doch die Show war gut. "Still Swinging" und andere tolle Songs brachen die Menge in Stimmung, bis hin zum bekanntesten Lied "Last Resort".
Im Anschluss ging es in die Arena. Eine Zwei-Mann-Band aus Großbritannien spielte feinsten Hardrock. "Dolomite Minor" servierte Gitarrensolos und Schlagzeugakrobatik mit einem Hauch Gesang. Weiter ging es mit dem für mich ersten absoluten Highlight des Tages: Annenmaykantereit. 

Gänsehaut gibt es bei Annenmaykantereit!

Aus der Eishockeyarena, bei der scheinbar nur geplant war, den Innenraum der Halle zu nutzen, musste erweitert werden. Auch die Zuschauerränge wurden geöffnet. Als nach dem zweiten Song die Lichter angingen, wurden die symphatischen Kölner Musiker doch leicht nervös. Es war wohl das größte Konzert bis dahin, welches sie gaben. Das besondere an den drei Künstlern Christopher Annen, Henning May und Severin Kantereit liegt nicht nur an der Art der gefühlvollen Musik, sondern vor allem auch am musikalischen und dem Gänsehaut-Erzeugenden Gesang. Eine Weitere Besonderheit bei der Band liegt in der Vermarktung: Sie produzieren sich selbst und finanzieren sich selbst. Wenn das so bleibt, dann Daumen hoch!  Und Danke für den super Auftritt!

Im Prinzip war es das dann auch schon für den Freitag. Natürlich boten Slipknot eine übertrieben gute Show und auch andere Bands waren sicherlich gut drauf, aber...

...springen wir zum Samstag, an dem ich mit einer Art Sonnenallergie zu kämpfen hatte, aber dennoch nur an einer Bühne verblieb, weil die Bands, die da hintereinander auftraten einfach voll mein Ding waren: A day to Remember, Broilers, Rise Against und die Toten Hosen hintereinander und keine Band davon weniger als eine Stunde: Ein Traum!
Das Beste daran: Es steigerte sich von Auftritt zu Auftritt, wobei ich echt sagen muss, dass ich die Broilers schon noch besser als Rise Against finde, obwohl Sänger Tim Mcllrath eine unglaublich symphatische Seite hat und weiß, wie mit einem Publikum umzugehen ist. Er verzichtet auf "We love you" und "Fuck that shit"- Parolen, die die meisten US-Bands mit sich bringen. Das gibt ein dickes Plus! Übrigens: Im Vergleich zu den TV-Aufnahmen vom Rock-am-Ring, fand ich die Broilers bei Rock im Park tatsächlich besser...

Symphatisch; schön; Kuschelpunk: Broilers!

...der krönende Abschluss des Abends waren dann die Toten Hosen. Das die Toten Hosen so gut sind, hätte ich nicht vermutet, wenn auch schon oft am TV mitverfolgt, aber... Bühnenshow: Hollywood-Reif, Action: Absolut Genial und Musik: Sowieso gut. Kurze Ansagen, wenig Zwischenstopps, aber ein stetiges Feuer, welches brannte.

Sonntag! 
Der letzte Tag des Rock-im-Park-Festivals Nürnberg war ein Tag mit wenig Rock, dafür aber viel Spaß und Party-Feeling:
Mit Sondaschule, der Ska-Punk-Band aus dem westlichen Ruhrgebiet, startete die große Sause; das Finale des Festivals: Fast 1000 Menschen waren dabei, als Sondaschule, morgens um 12 Uhr, die Bühne rockte. Zu meinem Glück spielten sie auch die neue Single "Mülheim Ruhr". Schön etwas aus der Heimat zu hören...

Tim Kleinrensing heizt auch beim dritten Auftritt binnen 24 Std.
noch immer ein und auf...!

Nach einem kurzen Intermezzo bei Zebrahead...

Wieso nicht auch mal ans Meer...?

...was soll ich über den Sonntag berichten?
Er war toll, schnuggelich (wie man umgangssprachlich sagt) und definitiv ein gelungener Abschied!

Ob FeineSahneFischfilet, mit leicht Linksextremistischer Musik; Tonbandgerät (wieso lassen wir Österreicher noch nach Deutschland?) - mit einer sehr amüsanten Art oder Trailerpark, die einfach absoluten Spaß verbreiteten (schade das das nicht gefilmt wurde!), es war ein schöner Nachmittag...

Feine Sahne Fischfilet - die Punk-IndiePop- Band aus dem
Norden begeisterte mit viel Schwung und Anti-Nazi-Parolen.

Ein bissl deppert' san dei scho, oder?
Tonbandgerät aus Österreich.

Sozialkritisch, Ironisch, einfach Frei: Trailerpark macht Spaß!


Bis Neulich!



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